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PRESSESPIEGEL 2008 |
| Stolberger Zeitung/Stolberger Nachrichten, 4.8.2008 |
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Reiz der Musik kann sich niemand entziehen STOLBERG. Man kann sich der Macht dieser Musik unmöglich entziehen: Ehe man es richtig gemerkt hat, wiegt sich schon der ganze Körper im Rhythmus des Blues. Die Jungs, die sich auf der Bühne vor dem Burghaus völlig verausgaben, haben den Blues im Blut. Es ist diese Leidenschaft, die der Zuschauer fühlt und die den Funken überspringen lässt. "Saturday Night Fish Fry" heißt die Gruppe, die jene mitreißende Musik mit afro-amerikanischen Wurzeln produziert. Dieser Samstagabend auf dem Burghof steht ganz im Zeichen des Blues. Es ist die sechste Auflage der "Blue Night" - eine Art "Mini-Woodstöckchen" in der Altstadt. "Ich fand Woodstöckchen immer toll, darum habe ich mir gesagt: So was in der Art müssen wir auch in Stolberg haben", erzählt Marita Matousek, die gemeinsam mit Erwin Görres aus Eschweiler die Blue Night organisiert. Seither erklingt einmal im Jahr Blues auf dem Platz vor dem Burghaus. "Blues ist nicht ganz so beliebt wie Rock", resümiert Görres. Was aber daran liege, dass der Blues mit Vorurteilen behaftet sei. "Unmelodisch" und "depressiv klingend" sei diese Musik, behaupten die Kritiker. Der Blues, der an diesem Abend erklingt, reißt die Zuhörer aber mit, erzählt von tiefen Gefühlen, von Lebenslust, aber auch Trauer. Denn Glück kann nur der empfinden, der auch die Trauer kennt. Wie ein Vulkan auf der Bühne In vielem steckt Blues: "Alle wichtigen Musikstile wie Rock, Jazz und Soul leiten sich vom Blues ab", sagt Görres. Als Frontmann von "Saturday Night Fish Fry" muss er das schließlich wissen. Es ist erstaunlich, mit welcher Intensität der Eschweiler die Harp spielt. Der Mann ist wie ein Vulkan: Sein Körper bebt, er rollt mit den Augen, und der Schweiß rinnt in Strömen, wenn er den Blues singt bzw. die Mundharmonika spielt. Die Band wird an diesem Abend von Gastmusikern - darunter Sängerin Andrea Porten - unterstützt. Gastmusiker und Bandmitglieder sind bestens aufeinander abgestimmt, so als würden sie regelmäßig gemeinsam auftreten. Energiegeladen ist auch die Band "Echos Of Nawlins". "'Nawlins' ist Slang und bedeutet New Orleans", erklärt Pianist und Sänger Hans-Peter Schüller. Die Spielweise der Berufsmusiker ist eindringlich und mitreißend. Im Mittelpunkt steht die Trompeterin Susanne Riemer. Eine Ein-Mann-Show bietet der Amerikaner Rob Griffith. Vor acht Jahren zog er von Florida nach Würselen. Griffith strahlt mit seiner Musik eine Ruhe aus, die die Seele baumeln lässt. Es ist bereits sein dritter Auftritt bei der "Savoy's Blue Night". "Ich liebe die Atmosphäre hier. Die Burg ist beeindruckend als Kulisse, und die Leute sind so gemütlich", sagt Rob Griffith. Ein Helfer eilt herbei, sucht eine weitere Bank für die nicht mehr ganz jungen Zuschauer. Das Alter liegt zwischen 40 und 60 Jahre, "wir werden halt alle älter", schmunzelt Görres. Es ist mittlerweile kurz vor 22 Uhr: Seit fast vier Stunden dreht sich alles um den Blues. Mittlerweile ist es richtig voll geworden. Volles Haus, entspannte Atmosphäre - "und geregnet hat es auch nicht", jubelt Marita Matousek. Regen aber hätte die beiden Mittfünfziger Rolf Stocken und Kurt Haller nicht vom Festival fernhalten können. "Wir sind noch von der alten Garde. Da ist es doch Ehrensache, dass wir auch bei schlechtem Wetter kommen", sagt Stockem. |